Die Mathematik der Liebe


Sieben Töne einer Tonleiter
Sieben Regenbogenfarben
Sieben Weltwunder
Sieben Todsünden
Eine ich
Ein du

Die mathematische Formel
Für unsere Beziehung:
Ein wir geteilt durch zwei
Multipliziert mit sieben

© Marina Berin

Ein Gedicht aus dem Buch Perspektivenwechsel

Mahagoni-Songs

Flackernde Kerzen statt Sparlampen,
Auf dem Boden – eine Doppelmatratze.
Ich verstecke meine Nacktheit
Hinter dem Mahagoni-Holz
Meiner etwas verstimmten Gitarre.
Singe Songs für dich
Und über dich
Und manchmal mit dir zusammen,
Morgens Gute-Laune-Mantras
Und Wiegenlieder abends.

Mir gegenüber – dein demaskiertes Gesicht.
Ich darf es sehen, wir schrieben gemeinsam
Mehrere Seiten deiner Biografie
Und meiner auch.
In meinem Bauch
Flattern – nein, nicht die Schmetterlinge –
Die Libellen. Du sprichst wieder über existenzielle Themen,
Prosa also. Doch ich
Habe keine Lust zum Philosophieren
Heute ausnahmsweise.
Und zum Monologisieren nicht.
Also singe ich über dich
Und für dich
Und manchmal mit dir zusammen.
Wir beide nackt auf der Doppelmatratze:
Du – unter deiner Decke,
Ich – hinter meiner Gitarre.
Und singen.

Zusammen, doch jeder sein eigenes Lied.

(c) Marina Berin

Hibiskusmorgen

Der kleine Stadtpark,
Den ich aus meinem Küchenfenster
Jeden Tag erblicke,
Sorgt zugleich für eine Wohlfühlatmosphäre,
Frische Luft
Und eine überhöhte Miete.

Ich sitze am Tisch
Unter der Dachschräge
Und genieße
Den frisch zubereiteten Hibiskustee,
Der mir nur um acht Uhr morgens schmeckt:
Darin schwimmen noch die Schlafreste
Und Erinnerungen an die Nachtgespräche
Und an deine warme Poesie.

© Marina Berin